Das Seemannsheim der Deutschen Seemannsmission liegt im Stephaniviertel, ein Klinkerbau von 1955. Heute ist es eine kleine Pension für alle, die auf Durchreise sind: egal ob Seeleute oder nicht. Früher kamen hier keine Landratten unter. In den 1960er Jahren, als im Hafen Hochbetrieb war, es Tage brauchte, um ein Schiff zu löschen. Als die Seemänner auf eine neue Heuer warteten und hier die Zeit totschlugen. Und das war selbst dem Seemannspastor oft zuviel.

 


Plündernd und mordend war die Bremer SA in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 durch die Stadt gezogen. Fünf jüdische Mitbürger wurden ermordet, die Synagoge im Schnoor in Brand gesetzt. Die zweite Synagoge - in Aumund - hatten die Rollkommandos offenbar vergessen.

Die zahlreichen polnischen Arbeiterinnen auf der Jute waren streng katholisch. Bedingung für eine Heirat war daher, dass für sie nur ein solcher Partner in Frage kam. Das galt in den 1930er Jahren auch in der Familie von Ella Schrader. Und dann kam einer, ohne Glauben und dazu noch Kommunist - das war undenkbar.

Die katholische Kirche von St. Marien von 1898 befand sich inmitten von "Feindesland": im roten Bremer Westen, einer Hochburg von Sozialdemokratie und Kommunistischer Partei. Noch in der Gemeindechronik von 1949 schrieb der Chronist der Marienkirche:

... so hieß es in einem Gassenhauer der Zwanziger Jahre. Das war die Zeit, als auch Josephine Bakers Tanz im Bananenkostüm die Besucher der Pariser und Berliner Varietés elektrisierte - und die Frucht aus Übersee auf den Karrenwagen fliegender Händler die Käufer zu erobern begann.

Jürgen Segelken lernte die Banane anders kennen ...

 

 

 

Heute ist Asbest vor allem ein Problem: Gesundheitsschäden, verseuchte Gebäude und Deponien. Dabei galt Asbest einmal als Wunderfaser: Es ist hitze- und säurebeständig, isoliert hervorragend, kann gut verwoben werden. In den 1960er und 1970er Jahren haben die Hafenarbeiter im Bremer Hafen ganze Schiffsladungen voll Asbest ausgeladen.