Der ganze Schnoor in den frühen 50er Jahren war eine "Wüste Stätte".  Der Senat wollte das Viertel mit dem Schnoor-Statut restaurieren, "König Richard" aber plante ein Hochhaus mit Freiflächen. Hätte der mächtige SPD-Fraktionschef Richard Boljahn, der "König", sich durchgesetzt, wären wie im Stephaniviertel die letzten winkeligen Gassen aus der Altstadt verschwunden. Diesmal aber nicht aufgrund der Bomben des Zweiten Weltkriegs, sondern im blinden Eifer des Wiederaufbaus.


Zahnschmerzen auf hoher See und kein Zahnarzt an Bord, das kann sehr unangenehm werden. Wie wichtig ist da ein Gesundheitscheck an Land.Die Konfrontation gestandener Seeleute mit der jungen Sekretärin des Hafenarztes Dr. Fallinger ist allerdings nicht weniger abenteuerlich. Da wird aus der Geschlechtskrankheit "Schanker" schon schnell einmal "Shanghai". Anita Jerzembeck erinnert sich an die 70er Jahre im Gesundheitsamt.

Fragen Sie mal einen Bremer, was ein Küper ist: Da fällt ihm wahrscheinlich ein, das habe was mit dem Hafen zu tun. Jan Klinckradt hat diesen Beruf 1957 im Schuppen 14 erlernt, bei der altehrwüdigen Bremer Handelsfirma Bachmann - gegründet 1775. Heute besitzt er selbst einen Hafenbetrieb, der das seinerzeit erworbene Wissen mit der Neuzeit verknüpft.

Über 10 Jahre stand Ursula Stütelberg, genannt "Ulli", im Lokal ihres Vaters hinter dem Tresen. Bis ins 15. Jahrhundert lässt sich die Kneipentradition der Familie zurückverfolgen, so haben die König’s herausgefunden. Georg "Schorse" König lernte das Kneipenleben zuerst im legendären "Fährhaus Wähmann" kennen, später eröffnete er sein eigenes Lokal - "Zu den drei Linden" - am Steffensweg. Im August 1944 legten es britische Bomber in Schutt und Asche. 1953 unternahm er einen zweiten Anlauf und begründete das "Cafe König" an der Bremerhavenerstraße.

Neun Monate hatte es nach der Invasion in der Normandie gedauert, bis die Allierten die deutschen Truppen hinter den Rhein zurückgedrängt hatten. Nachdem sie am 24. März 45 den Rhein überquert hatten, ging alles ganz schnell. Nicht einmal vier Wochen später standen britische Soldaten vor den Toren Bremens. Eine Bremerin notierte ins Tagebuch: "Was wird, weiss niemand, wilde Gerüchte laufen um. Man fasst nicht, was geschieht, man fühlt nur einen wehen Schmerz."

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