Mehl für die Zwangsarbeiter

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Als Frau Jacke in den 60er Jahren in der Rolandmühle zu arbeiten begann, sprach man nicht über die Zwangsarbeiter in der Zeit des Nationalsozialismus. Oder man wollte es vergessen. Aber dort traf sie auf einen älteren Kollegen, der aus freien Stücken und mit Einfühlung über das Schicksal dieser Verschleppten sprach.

 

 

 

Auch in der Mühle und im Hafenbetrieb waren die Zwangsarbeiter eingesetzt. Im letzten Kriegsjahr kamen im Hafen auf einen Deutschen vier „Fremdarbeiter“, vorwiegend aus Polen und Rußland. Und am Holzhafen gab es das Lager „Brommy“, dort waren Franzosen untergebracht. Bei Fliegerangriffen mussten sie sich in der Regel mit den unsicheren Erdbunkern begnügen. Aber das Schlimmste, so hörte Frau Jacke, war die Ungewißheit über das Schicksal ihrer fernen Familien während des  Krieges. Da konnte auch die punktuelle Solidarität von Arbeitskollegen nicht helfen.

 

 





Bremer Zwangsarbeiter, minderjährig

  Interview: Achim Saur, 2012
  Schnitt: Almut Nockur
  Fotos: Firmenbroschüre Rolandwerke [um 1913], swb