| Stadtentwicklung


Wolfskuhle? Das klingt nach Märchen oder Sage, aber nicht nach einer Siedlung inmitten von kleinen Gärten, die in den 1950er Jahren einmal ein Modellprojekt für die Umwandlung der bei der Politik unbeliebten Kaisenhäuser gewesen ist. Noch existiert der Charme dieser unbekannten Stadtlandschaft auf dem Weg nach Brinkum. Der Wolfskuhlen-Park schützt sie vom Lärm der Hauptschlagader Kattenturmer Heerstraße. Doch jetzt droht ihnen jetzt mit der A281 der Lärm einer vierspurigen Bundesstraße vor der Haustür, vielleicht sogar der Abriß.

 

Filmbeitrag: 
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Der ganze Schnoor in den frühen 50er Jahren war eine "Wüste Stätte".  Der Senat wollte das Viertel mit dem Schnoor-Statut restaurieren, "König Richard" aber plante ein Hochhaus mit Freiflächen. Hätte der mächtige SPD-Fraktionschef Richard Boljahn, der "König", sich durchgesetzt, wären wie im Stephaniviertel die letzten winkeligen Gassen aus der Altstadt verschwunden. Diesmal aber nicht aufgrund der Bomben des Zweiten Weltkriegs, sondern im blinden Eifer des Wiederaufbaus.

Ausgebombt im Zweiten Weltkrieg.

1944 ausgebombt. So zieht Frau Spychala, Jahrgang 1916,  mit ihrem Mann und dem übrig gebliebenen Hab und Gut ins Gartenhaus, Zaunkönigweg 8. Nach Kriegsende wird daraus ein Kaisenhaus.

Das Stephaniviertel  entstand  als natürliche Siedlung um die Gegend von St. Steffen auf einem der beiden Dünenhügel.
Als eigenständige Siedlung vor den Toren der Bremer Altstadt  hatten die Steffensbürger 1139 ihre Stephanikirchenweide (Schweineweide), auf der später, nach dem Verkauf an die Stadt, 1888 der Freihafen eröffnet wurde.
  

Ut-Bremen
Heute heißt der ganze Stadtteil zwischen Waller Friedhof, Landwehrstraße, Doventorsteinweg und den Häfen "Walle" - in seiner Entstehungsgeschichte sind hier aber unterschiedliche Gebiete aufgrund der Industrialisierung zusammengewachsen.
Ursprünglich lag Utbremen direkt vor dem Stephani- und Doventor, auf der Karte nach 1875 deutlich als schon bebautes Gebiet gegenüber dem noch dörflich abgeschiedenen Walle zu erkennen.


Die Muggenburg
Schon vor dem Bau der stadtbremischen Häfen siedelte sich im Westen an der Weser Gewerbe und die erste Bremer Industrie an, so die Eisengießerei Waltjen und die Mineralölfabrik von Korff, auch gab es eine Siedlung mit Kalkbrennerei. Mit der Eröffnung des Freihafens 1888 entstanden dichte Wohngebiete - durchmischt mit kleineren und größeren Gewerbebetrieben.

Der Blick vom Turm der Stephani-Kirche auf den Bremer Westen um 1930 zeigt das Muggenburg-Quartier, das sich von der Bahn nach Oldenburg weserabwärts zog.  Hinter der Freihafenbahn schloß sich dann der "Alte Westen" an.

Ursprünglich war es ein Dorf. Dann kam der Hafen und die Industrialisierung, die Bauern verkauften ihr Land und wurden reich. Sie bauten sich kleine "Villen", die sie sich in der Stadt abgeschaut hatten. In unmittelbarer Nachbarschaft stand hier noch das Haus des Landarbeiters, der inzwischen von der Abfuhr der Fäkalien aus den Häusern der neu zugezogenen Waller lebte.




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