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... so hieß es in einem Gassenhauer der Zwanziger Jahre. Das war die Zeit, als auch Josephine Bakers Tanz im Bananenkostüm die Besucher der Pariser und Berliner Varietés elektrisierte - und die Frucht aus Übersee auf den Karrenwagen fliegender Händler die Käufer zu erobern begann.

Jürgen Segelken lernte die Banane anders kennen ...

 

 

 

Heute ist Asbest vor allem ein Problem: Gesundheitsschäden, verseuchte Gebäude und Deponien. Dabei galt Asbest einmal als Wunderfaser: Es ist hitze- und säurebeständig, isoliert hervorragend, kann gut verwoben werden. In den 1960er und 1970er Jahren haben die Hafenarbeiter im Bremer Hafen ganze Schiffsladungen voll Asbest ausgeladen.



"Vererbte Solidarität", das war die Stärke der Belegschaft der AG Weser. Es fanden sich sogar Leute aus den eigenen Reihen in der Bürgerschaft - heute kaum noch vorstellbar. Heinz Rolappe schildert hier lebhaft die politische Atmosphäre auf der Werft.


Karl Haupt berichtet über seine beruflichen Anfänge in den 1950er Jahren. Das Wirtschaftswunder hatte bereits begonnen und der florierende Hafenbetrieb lockt ihn mit schnell verdientem Geld. Doch sein Vater besteht darauf, dass er in die Lehre geht. So wird er Laborantenlehrling bei der Koffein Kompanie.

 

 

Unkonventionell und bürgernah, so kennt man ihn in Bremen. Henning Scherf war als Bürgermeister ohne Personenschutz auf dem Fahrrad unterwegs. Ein Bürgermeister zum Anfassen, der die Nähe der Menschen suchte. Das war schon immer so. Zum Beispiel 1983 und 1984 - zu der Zeit war er in Bremen Landesvorsitzender der SPD und Senator für Jugend und Soziales - ging er im Sommer als Kaffeepflücker nach Nicaragua, als Sympathisant der sandinistischen Revolution. "Ich wollte den Campesinos zeigen, ihr seid nicht allein in diesem Bürgerkrieg gegen die Contras." (Interview in der FR 2009). Zehn Jahre vorher, in den Parlamentsferien 1973, wollte er die Arbeit und die Arbeiter auf der AG Weser kennenlernen.

Anbiethalle – ein Ort aus einer untergegangenen Welt. Früher gehörte die Anbiethalle zum Hafen wie Stauerei, Speicher, Schuppen. Zur Anbietzeit, in der Arbeitspause, kamen die Hafenarbeiter pulkweise in die Anbiethalle, dort gab es zu essen und zu trinken. Eine Kantine also. Eine der wenigen Arbeitsstätten im Hafen, in der Frauen zu finden waren. Der Ton dort war gewöhnungsbedürftig, erzählt Anke Becker im Gespräch mit ihrem langjährigen Arbeitskollegen Friedrich (Fidi) Bruns vom Gesamthafenbetrieb.

Bremen in den 1960er Jahren:
Der Hafen boomt, das Wirtschaftswunder bringt Fleisch auf die Teller, Tiertransporte im Industriehafen sind an der Tagesordnung. 20.000 Rinder jährlich für den Schlachthof.
Aber eines Tages kommen auch Exoten aus Afrika, und Henry Geller von der Spedition Schenker & Co. muss sich um deren Quarantäne kümmern. Was manchmal zu kuriosen Vorfällen führt.

"Hart aber herzlich - eine Bande wie Seeräuber". So sieht Heinz Rolappe seine Gruppe vom Rohrbau in der Nachkriegszeit. Die Arbeit auf der AG Weser war geprägt von extrem harten Bedingungen. Reine Muskelkraft war besonders gefragt.



Der Bremer Vulkan ist zum Mythos geworden. Für Hasso Kulla, den ehemaligen Betriebsrat, war der Bockkran auf der Werft  das Vegesacker Wahrzeichen. Als Waltraud Schmidt das erste Mal den Arbeitsplatz ihres Mannes betrat, erschrak sie über den Lärm und Dreck.

Für die Menschen in Woltmershausen und Rablinghausen waren die Atlas-Werke am gegenüberliegenden Weserufer ein bedeutender Arbeitgeber. Über Jahrzehnte liefen hier Schiffsneubauten vom Stapel, daneben produzierte man technisches Zubehör wie Propeller, Rudermaschinen, Echolote, Kessel - und später auch Radaranlagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen schiffbauunabhängige Fabrikationsbereiche hinzu.

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