Arbeit und Freizeit

Dorfschmiede in Rablinghausen, um 1900
Viele Jahrhunderte bildete die Landwirtschaft die Lebensgrundlage der Menschen in den Dörfern der bremischen Landgebiete. Schmiede waren geachtete Dorfbewohner, sorgten sie doch dafür, dass Pflugscharen, Wagendeichseln oder Pferdegeschirre jederzeit repariert werden konnten. Bis 1860/61 gab es keine Gewerbefreiheit und keine Recht auf Freizügigkeit, d.h.

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„Muggenburg“ und „Alter Westen“

Die Muggenburg
Schon vor dem Bau der stadtbremischen Häfen siedelte sich im Westen an der Weser Gewerbe und die erste Bremer Industrie an, so die Eisengießerei Waltjen und die Mineralölfabrik von Korff, auch gab es eine Siedlung mit Kalkbrennerei. Mit der Eröffnung des Freihafens 1888 entstanden dichte Wohngebiete – durchmischt mit kleineren und größeren Gewerbebetrieben.

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Utbremen

Ut-Bremen
Heute heißt der ganze Stadtteil zwischen Waller Friedhof, Landwehrstraße, Doventorsteinweg und den Häfen „Walle“ – in seiner Entstehungsgeschichte sind hier aber unterschiedliche Gebiete aufgrund der Industrialisierung zusammengewachsen. Ursprünglich lag Utbremen direkt vor dem Stephani- und Doventor, auf der Karte nach 1875 deutlich als schon bebautes Gebiet gegenüber dem noch dörflich abgeschiedenen Walle zu erkennen.

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Fest verankert

Jugendfreizeitheime, „Freizis“, das wäre in den 1950er Jahren ein Fremdwort gewesen. Jugendarbeit fand in den Sportvereinen statt – und in den Kirchengemeinden. In Walle hatte sich vor allem die Immanuelgemeinde auf diesem Gebiet stark engagiert. Gemeindehaus und Kapelle in der Elisabethstraße, beide eher unscheinbar in die Häuserreihe eingefügt, wurden für Generationen von Jugendlichen zur zweiten Heimat.

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BLG – „Logistiker mit eigenem Hafen“

 

Tristesse im Überseehafen. Das alte Hafenkonzept war an seine Grenzen gestoßen. Nach dem Aus des „Vulkan“ drohte die nächste Katastrophe: ein asiatischer Investor prüfte den Kauf der altehrwürdigen Bremer Lagerhausgesellschaft. Heinz Bamberger gestaltete den Wandel zum internationalen Logistikkonzern mit.

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Binnenschiff als Quarantänestation

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Bremen in den 1960er Jahren:
Der Hafen boomt, das Wirtschaftswunder bringt Fleisch auf die Teller, Tiertransporte im Industriehafen sind an der Tagesordnung. 20.000 Rinder jährlich für den Schlachthof.
Aber eines Tages kommen auch Exoten aus Afrika, und Henry Geller von der Spedition Schenker & Co.

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Auf dem Vulkan – Stolz und Dreck

Der Bremer Vulkan ist zum Mythos geworden. Für Hasso Kulla, den ehemaligen Betriebsrat, war der Bockkran auf der Werft das Vegesacker Wahrzeichen. Als Waltraud Schmidt das erste Mal den Arbeitsplatz ihres Mannes betrat, erschrak sie über den Lärm und Dreck.

Interview: Achim Saur mit Hasso Kulla und Waltraud Schmidt, 2006
Schnitt: Achim Saur
Foto: Foto Maack, Vegesack, Sept.


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Die Atlas Werke

Für die Menschen in Woltmershausen und Rablinghausen waren die Atlas-Werke am gegenüberliegenden Weserufer ein bedeutender Arbeitgeber. Über Jahrzehnte liefen hier Schiffsneubauten vom Stapel, daneben produzierte man technisches Zubehör wie Propeller, Rudermaschinen, Echolote, Kessel – und später auch Radaranlagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen schiffbauunabhängige Fabrikationsbereiche hinzu.

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Walle – Vom Dorf zur Vorstadt

Ursprünglich war es ein Dorf. Dann kam der Hafen und die Industrialisierung, die Bauern verkauften ihr Land und wurden reich. Sie bauten sich kleine „Villen“, die sie sich in der Stadt abgeschaut hatten. In unmittelbarer Nachbarschaft stand hier noch das Haus des Landarbeiters, der inzwischen von der Abfuhr der Fäkalien aus den Häusern der neu zugezogenen Waller lebte.

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Parlamentsferien auf dem Gerüst

Unkonventionell und bürgernah, so kennt man ihn in Bremen. Henning Scherf war als Bürgermeister ohne Personenschutz auf dem Fahrrad unterwegs. Ein Bürgermeister zum Anfassen, der die Nähe der Menschen suchte. Das war schon immer so. Zum Beispiel 1983 und 1984 – zu der Zeit war er in Bremen Landesvorsitzender der SPD und Senator für Jugend und Soziales – ging er im Sommer als Kaffeepflücker nach Nicaragua, als Sympathisant der sandinistischen Revolution.

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„… die hatten meinen Vertrag schon fertig!“

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Karl Haupt berichtet über seine beruflichen Anfänge in den 1950er Jahren. Das Wirtschaftswunder hatte bereits begonnen und der florierende Hafenbetrieb lockt ihn mit schnell verdientem Geld. Doch sein Vater besteht darauf, dass er in die Lehre geht.

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Faszination Norddeutscher Lloyd

Ehemalige Reedereilehrlinge und ihr Lehrherr berichten davon, wann und wie sie der Mythos „Norddeutscher Lloyd“ angelockt und gepackt hat.

Die Reederei versprühte den Duft der weiten Welt, sie stand für ehrwürdige Kontinuität als weltweit erfolgreich tätiger Bremer Konzern. Ihre modernen Schiffe lagen in ewiger Konkurrenz zum Rivalen „Hapag“ in Hamburg und holten mehrmals die internationale Trophäe für das schnellste Schiff – das ‚Blaue Band‘.

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Flucht im Hafen

In den bremischen Häfen nach 1945: statt geschäftigem Treiben tote Hose. Die deutschen Schiffe: versenkt oder beschlagnahmt. Die Küstenschifffahrt wird mit alten Kähnen betrieben. Die Überseeschifffahrt – von den Alliierten zuerst verboten, dann, bis 1951, beschränkt. Ein desolater Zustand. Für die Jugendlichen aus dem Bremer Westen aber, erzählt Sigrid Bauermeister, waren die Hafenbecken ein großes Spaßbad: verboten und gefährlich, aber ungeheuer reizvoll.

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Kampfplatz Schnoor

Der ganze Schnoor in den frühen 50er Jahren war eine „Wüste Stätte“. Der Senat wollte das Viertel mit dem Schnoor-Statut restaurieren, „König Richard“ aber plante ein Hochhaus mit Freiflächen. Hätte der mächtige SPD-Fraktionschef Richard Boljahn, der „König“, sich durchgesetzt, wären wie im Stephaniviertel die letzten winkeligen Gassen aus der Altstadt verschwunden.

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Wohnungsglück

Die Familien rücken notwendigerweise zusammen, gewähren Unterschlupf auf unbestimmte Zeit. Bis der Mann – oder, wie in dieser Erinnerung, die Tante – zurückkehrt. So suchen die Untergeschlüpften in der Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg nach neuen und eigenen Räumen.

 

Interview: Achim Saur, Sabine Murken; 2008
Schnitt : Sabine Murken; 2011
Foto: Geschichtskontor

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„Digitales Heimatmuseum“ – Ausgezeichnet

Der seit 1996 von der Wittheit zu Bremen ausgelobte Preis für Heimatforschung geht in diesem Jahr an das Kulturhaus Walle Brodelpott! Jährlich wird diese Auszeichnung für „eine hervorragende Arbeit aus dem Bereich der naturwissenschaftlichen, kulturwissenschaftlichen oder sozialwissenschaftlichen Heimatforschung“ vergeben.

Die Komission hob besonders den innovativen Aufbau des Geschichtsportals „Digitales Heimatmuseum“ hervor.

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Asbest

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Heute ist Asbest vor allem ein Problem: Gesundheitsschäden, verseuchte Gebäude und Deponien. Dabei galt Asbest einmal als Wunderfaser: Es ist hitze- und säurebeständig, isoliert hervorragend, kann gut verwoben werden. In den 1960er und 1970er Jahren haben die Hafenarbeiter im Bremer Hafen ganze Schiffsladungen voll Asbest ausgeladen.

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„Ausgerechnet Bananen …“

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… so hieß es in einem Gassenhauer der Zwanziger Jahre. Das war die Zeit, als auch Josephine Bakers Tanz im Bananenkostüm die Besucher der Pariser und Berliner Varietés elektrisierte – und die Frucht aus Übersee auf den Karrenwagen fliegender Händler die Käufer zu erobern begann.

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„Kleinkantine Piccolo“

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„Richtiger“ Kaffee war nach dem Zweiten Weltkrieg ein Luxusgetränk, auf dem Schwarzmarkt galt er als eine der „Leitwährungen“ hinter der Zigarette. Aber auch in den 50er Jahren kam der Bohnenkaffee nur an Sonntagen oder bei besonderen Anlässen wie einer Konfirmation auf den Tisch.

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Heinz Rolappe im Erzählcafe

Im Winterhalbjahr veranstaltet das Geschichtskontor das „Erzählcafé“ auf der MS-Friedrich. In anheimelnder Atmosphäre kommen Gäste zu Wort, die in ungezwungener Umgebung bei „Kaffee und Keks“ von ihren Erfahrungen auf See, im Hafen oder auf der Werft berichten. Begleitet von Günter Reichert von der Gröpelinger Geschichstwerkstatt, erzählte Heinz Rolappe 2012 vom Verein „Use Akschen“.

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Die rote Steinsetzerfahne

Viele Bremer „Strootenmakers“ kamen aus dem Steinsetzerdorf Arsten. Aber auch die Straßenbaufirmen stammten aus Arsten. Hier entstanden im 19. Jahrhundert ab 1860 die ersten Unternehmen. Über 100 Jahre waren fast alle Bremer Straßenbaufirmen in Arsten ansässig. Das heißt, Arbeiter und Unternehmer waren Nachbarn – im Arbeitskampf allerdings standen sie auf verschiedenen Seiten.

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Mehl für die Zwangsarbeiter

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Als Frau Jacke in den 60er Jahren in der Rolandmühle zu arbeiten begann, sprach man nicht über die Zwangsarbeiter in der Zeit des Nationalsozialismus. Oder man wollte es vergessen. Aber dort traf sie auf einen älteren Kollegen, der aus freien Stücken und mit Einfühlung über das Schicksal dieser Verschleppten sprach.

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Immanuel im Nationalsozialismus

1932 gründeten sich in Thüringen die Deutschen Christen, als nationalsozialistischer Ableger der protestantischen Kirche. Im Sinne der NS-Ideologie strebten sie eine Gleichschaltung religiöser Organisationen an. In den ersten Jahren nach Hitlers’ Machtergreifung schlossen sich viele Gemeinden dem neuen Dachverband an. Auch in Bremen trieben die Deutschen Christen unter Führung des Dompastors Weidemann die Eingliederung voran.

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1913 – Amok in der Marienschule

Am 24. Juni zog ein endloser Trauerzug von St. Marien zum Waller Friedhof. Beerdigt wurden an diesem Tage vier sechsjährige Schülerinnen der katholischen Marienschule am Steffensweg, die dem Amok eines „Lehramtskandidaten“ zum Opfer gefallen waren. Umstritten war, handelte es sich um die Tat eines Wahnsinnigen oder stand sie im Zusammenhang mit den konfessionellen Spannungen im Kaiserreich?

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„Vom Ernst des Lebens“ – Schulen im Stadtteil

Bereits Ende des 17. Jahrhunderts existierte in Rablinghausen eine Kirchspielschule, die im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut wurde. Auch die Lankenauer Kinder besuchten seit Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1844 die Einrichtung im Nachbardorf.

► In den 1930er Jahren wurde ein Neubau durch den Zuzug vieler kinderreicher Familien in die sogenannte „Siedlung“ unumgänglich.

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Café König – Ein Familienbetrieb

Über 10 Jahre stand Ursula Stütelberg, genannt „Ulli“, im Lokal ihres Vaters hinter dem Tresen. Bis ins 15. Jahrhundert lässt sich die Kneipentradition der Familie zurückverfolgen, so haben die König’s herausgefunden. Georg „Schorse“ König lernte das Kneipenleben zuerst im legendären „Fährhaus Wähmann“ kennen, später eröffnete er sein eigenes Lokal – „Zu den drei Linden“ – am Steffensweg.

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Harte Arbeit in der „Jute“

Als 14jähriges Mädchen begann Ella Schrader 1930 ihre Arbeit in derselben Fabrik, die einst die Mutter aus Polen angeworben hatte: in der „Bremer Jute Spinnerei und Weberei“. Sie wollte raus aus der Fabrik.

Hören sie auch in die Liebesgeschichte zwischen der Katholikin Ella Schrader und einem Kommunisten:
Und lesen Sie den umfassenden Beitrag von Hermann Sandkühler und Cecilie Eckler von Gleich zur Geschichte der Jute:

Interview: Birgitta Herzer und Achim Saur mit Ella Schrader
Schnitt: Birgitta Herzer (Die etwas längere Originalversion ist im Kulturhaus einsehbar)
Filmische Collage: mediabuero.de

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Die verfeuerte Volkssturm-Barrikade

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Die verfeuerte Volkssturm-Barrikade„Volkssturm“, so nannten die NSDAP ihr letztes Aufgebot zur Verteidigung des „Deutschen Heimatbodens“. Als im Oktober 1944 mit Aachen die erste deutsche Stadt in die Hände der Alliierten gefallen war, entstand unter der Parole „Ein Volk steht auf“ das letzte Aufgebot.

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Punk


Natürlich ist Punk nicht als musikalischer und (un-)ästhetischer Urknall über amerikanische, europäische, englische Dörfer und Städte über London, über Los Angeles, New York und sogar Bremen hereingebrochen. Der Stil des Affronts gegen bürgerliche Werte und Normen, den Mainstream der Frisuren und der Kleidung der 60er und 70er Jahre musste sich erst schrittweise Bahn brechen.

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